Erbrecht Schweiz – Erbrecht Österreich

Erbrecht Schweiz – Erbrecht Österreich

Die Regelungen des schweizerischen und österreichischen Erbrechts weisen einige Gemeinsamkeiten auf, unterscheiden sich jedoch in einigen wichtigen Punkten. Als Österreicher in der Schweiz oder als Schweizer in Österreich gilt es also einige Punkte bei der Errichtung eines Testamentes zu beachten. Wo die Übereinstimmungen und Differenzen zwischen dem Erbrecht Schweiz und dem österreichischen liegen, werden im Folgenden genauer erläutert.

Erbrecht Schweiz vs. Erbrecht ÖsterreichDas Testament, Testament spenden usw.

Sowohl in der Schweiz als auch in Österreich können Erben eingesetzt, Ersatzerben bestimmt, Vermächtnisse zugewendet, Auflagen erteilt oder Testamentsvollstreckungen angeordnet werden. In beiden Ländern muss der Erblasser mindestens das 18. Lebensalter vollendet haben, um testierfähig zu sein. Es gibt das notarielle, eigenhändige, internationale und das Nottestament.

In Österreich gibt es zusätzlich noch das fremdhändige Testament. Hier wird es von einer anderen Person als dem Erblasser in Anwesenheit von drei Zeugen errichtet.

Sowohl in der Schweiz, als auch in Österreich wird das Testament bei einem zentralen Testamentsregister registriert, das elektronisch von den österreichischen Notariatskammern bzw. vom Schweizerischen Notarverband geführt wird. In beiden Ländern kann man mit dem Testament spenden.

Testament-Vorlage und Erbfolge

Die Erbfolge ist im Testament festgelegt. Ist solch eines nicht vorhanden, gilt folgende Abfolge: Hatte der Testierende keine Kinder und Ehepartner, steht das Erbe den Eltern und ihren Abkömmlingen zu. Hatte er Kinder, wird es unter ihnen zu gleichen Teilen aufgeteilt.

In Österreich geht im Falle eines verheirateten Erblassers zwei-drittel des Nachlasses an den Ehegatten und die Eltern und Geschwister erhalten den Rest. Gemäss dem Erbrecht Schweiz bekommt der Ehepartner die Hälfte des Erbes neben den Kindern des Erblassers und den Geschwistern und deren Abkömmlingen drei-viertel. Gibt es Kinder vom Erblasser, so erhalten diese zwei-drittel des Vermögens und der Ehegatte den Rest (Österreich). In der Schweiz erhalten die Kinder die Hälfte und die Großeltern werden durch den Ehegatten von der Erbfolge ausgeschlossen.

Testament-Vorlage und Pflichtteilsrecht

Der Pflichtteil, also ein auf Geld gerichteter Anspruch, kann bestimmten Personen, die von der Erbfolge ausgeschlossen wurden, gewährt werden. In der Schweiz ist er zusätzlich als Noterbrecht ausgestaltet. Personen, die Anspruch auf den Pflichtteil haben, sind der Ehegatte, die Kinder und die Eltern des Erblassers.

Österreich: Der Pflichtteil der Kinder und des Ehegatten beträgt die Hälfte der Erbquote und der der Eltern ein-drittel. Erbrecht Schweiz: Hier erhalten die Kinder bei der Testament-Vorlage drei-viertel des Erbteils und der Ehegatte und die Eltern die Hälfte davon.